www.AuthenticAfricanBronzesandCeramics.com (last update: 25/07/2013)
 

Gottfried Matthaes
 

Afrikanische Kunst aus Bronze, Stein und Keramik
Eine Abteilung des Museo d’Arte e Scienza

 

Das Museo d’Arte e Scienza behandelt die Echtheit afrikanischer Kunstobjekte
aus Bronze, Stein und Keramik in 5 Räumen.
Sein wissenschaftliches Laboratorium entwickelte Methoden,
echte afrikanische Kunstobjekte von Kopien und Fälschungen zu unterscheiden.

Siehe auch www.echtheit-afrikanischer-kunst.de

 
   
 

Teil I – Afrikanische Bronzeobjekte
Methoden und Techniken zum Erkennen von Kopien und Fälschungen
 

Wichtig! Die einzige wissenschaftliche Methode für den Beweis, dass ein antikes Bronzeobjekt keine rezente Kopie oder Fälschung ist, besteht in der Analyse der Patina.

Die Herstellung von Bronzeobjekten erfordert, im Gegensatz zu Holzobjekten, die Verwendung eines teuren Materiales und große spezifische Kenntnisse für die Produktion. Sie sind selten und dem europäischen Kunstempfinden näher. Der Anteil an Fälschungen und Kopien beträgt jedoch bei großen, dekorativen und nicht massiven Objekten über 80%.

Es gibt keine wissenschaftliche Methode zur absoluten Altersbestimmung der Metalle, also auch nicht für afrikanische Bronzen. Gute wissenschaftliche Laboratorien mit spezifischen Erfahrungen können jedoch einzelne Anzeichen erkennen, die auf Echtheit hinweisen. Einen gültigen Beweis für die Aussage, dass ein Bronzeobjekt echt im Sinne von antik ist, liefert mit hoher Sicherheit die chemische Analyse der Patina. Das heißt, der Korrosionsschicht, die sich auf der ganzen Oberfläche des Objektes gebildet hat. Dafür genügen heute wenige Milligramm von abgeschabter Patina. Die spektroskopische Analyse und erfahrenes Personal unterscheiden mit hoher Sicherheit eine echte Patina, die aus Korrosionsproduktion der Bronzelegierung zusammengesetzt ist, von einer falschen Patina aus Farben, Erden und Kunststoffen. Ausführliche Beschreibung auf folgenden Seiten.

 

Die Qualifizierung
des Museumslabors und seiner Methoden
zur Fälschungserkennung


 

Die Bewertung und Anwendung wissenschaftlicher Methoden wird beeinflusst durch lokale Gesetzgebungen und Gepflogenheiten.

Land der Beurteilungsbasis: Italien (Standort des Museums)

Die höchste staatliche Einrichtung zur Bekämpfung von Fälschungen und Kopien ist in diesem Lande die Guardia di Finanza (Staatliche Finanzpolizei). In ihrem letzten Katalog zur Fälschungserkennung in der Kunst (Juni 2007) wird das wissenschaftliche Labor des Museo d’Arte e Scienza mit Vorzug genannt und seine Methoden zur Altersbestimmung von Gemälden, Möbeln, Elfenbein u. a. auf sechs Seiten detailliert beschrieben und damit empfohlen.


Gerichtsverfahren für falsche Altersangaben beim Kauf von Antiquitäten hohen Wertes: Die spektroskopische Altersbestimmung wird als beweiskräftig für eine Urteilsbegründung angesehen.

Der Kunstmarkt: Der Anteil des Marktes an nicht authentischen Objekten ist sehr hoch. Die Ablehnung von funktionierenden wissenschaftlichen Methoden ist damit für den Handel eine ökonomische Notwendigkeit. Im Falle eines negativen Ergebnisses einer Untersuchung behauptet der Verkäufer, heute wie in der Vergangenheit, dass nicht das Kunstobjekt sondern die wissenschaftliche Messung falsch und die Methode unbekannt sei!!

Der Kunstfreund und Investor. Die Kunsthändler werden Kopien und Fälschungen solange als Originale anbieten, bis auch der Kunstkäufer die Gewohnheiten, welche er für den Kauf anderer „Produkte“ anwendet, auch für den Kunsterwerb befolgt und eine glaubhafte Garantie für die Echtheit des Objektes zur Bedingung des Kaufvertrages macht. Die persönliche Meinungen von Experten als „ausreichend“ zu betrachten, ist im heutigen Zeitalter von Technik und Wissenschaft unrealistisch. Der Kunstmarkt wird glaubhaft werden, sobald der Kunstliebhaber zum Kenner wird und auf die bestehende Rechtssprechung gestützt, ein gültiges Zertifikat verlangt. 


 

 

 

 

 


Auswahl von afrikanischen Bronzeobjekten, die für eine Alters- und Echtheitsbestimmung
in das Mailänder Labor eingeliefert wurden.  (oder Besitz des Museums sind)

 

Die Herstellungstechnik
 

Bronze ist eine Legierung des Elementes Kupfer, wobei diesem andere Metalle zur Erniedrigung des Schmelzpunktes oder zur Verbesserung mechanischer und optischer Eigenschaften beigemischt werden. Der relativ tiefe Schmelzpunkt brachte es mit sich, dass Bronze zu den ältesten von der Menschheit angewendeten Metalllegierungen gehört. Die wertvollsten afrikanischen Kunstobjekte bestehen aus diesem Material.

Bronzeobjekte wurden von jeher im Gussverfahren hergestellt. Was der Künstler der Antike mit relativ primitiven Werkzeugen herstellen konnte, kann der Techniker unseres Zeitalters mit der Vielfalt seiner Kenntnisse und Mittel mühelos kopieren. Bis auf Objekte kleiner Abmessungen wurden fast alle Bronzefiguren mit dem Cire-Perdue-Verfahren hergestellt. Der irdene Kern oder Reste dieses Kernes, welcher den zentralen Teil der Gussform bilden, verbleiben im Innern der Figur. Der Kern oder seine Reste stellen ein Zeichen dar, dass es sich um ein Einzelstück handelt und nicht um eine industrielle Kopie.

Die Bronzelegierung war in Afrika immer schon selten und teuer. Der Gießer sparte deshalb, indem er die Wanddicke des Bronzeobjektes so dünn als möglich hielt (Foto Ife Kopf von Innen). Kopien und Fälschungen zeichnen sich auch dadurch aus, dass die Innenseite des Objektes glatt ist und nicht den Konturen der Außenseite folgt. Bei großen Beninköpfe gilt ungefähr die Regel: Je dünner die Metallschicht, desto älter ist das Objekt.
 

Ife Maske
Authentisch

   

Benin Kopf Kopie

 

← Innenseite →

 

 
Die chemische Analyse der Legierung
 

Die chemische Analyse bei Bronzen hilft wenig bei Zweifeln an der Echtheit. In den letzten Jahrzehnten sind von Forschungsinstituten Tausende von chemischen Untersuchungen alter und antiker Bronzen durchgeführt worden, so dass man heute über Statistiken verfügt, die typische Zusammensetzungen von Legierungen für spezifische Perioden liefern. Ein guter Kopierer kennt jedoch diese Daten, so dass sie keinen Beweis darstellen.

 

Die Patina antiker afrikanischer Bronzen

Die Legierung Bronze besteht zum größten Teil aus Kupfer, welches das unstabilste Element dieser Mischung ist. Feuchtigkeit und elektrischen Felder, die überall in der Erde und der Luft gegenwärtig sind, veranlassen das Kupfer, an die Oberfläche zu wandern und dort zu oxydieren. Es entsteht das ziegelrote Kuprit, eines der wichtigsten Merkmale für die Echtheitsbestimmung. Im Kontakt mit den Säuren und anderen aggressiven Komponenten des Erdbodens und der Luft, verformt sich das Kuprit zu Metallsalzen, die beim Lufttrocknen farbige Kristalle bilden.
      Die wichtigste sind:     Grün (Karbonate und Sulfate)
                                        Blau (Karbonate und Nitrate)
                                        Schwarz (Sulfide)

Auf Objekten, die nur der Luft ausgesetzt waren, erzeugt die Luftverschmutzung eine feinkörnige und einheitlich grüne Patina aus Karbonaten und Sulfaten. Alle Kristalle erzeugen im Spektroskop spezifische Kurven, die klar unterscheidbar sind.
 

 
 

Karbonate

 

Sulfate

 

Fälschung

Auf der Korrosionspatina kann sich mit der Zeit eine Schicht aus organischem und anorganischem  Material bilden, die in den meisten Fällen als eine „Opferpatina“ während des Kultes entstand. (Foto 1). Auch hier gibt die spektroskopische Analyse Auskunft über „echt“ oder „falsch“.

Foto 1

Foto 2


Die Entwicklung einer starken Verkrustung, wie sich diese auf griechischen und römischen Ausgrabungen gebildet hat, findet sich auch in Afrika bei Objekten, die auch Tausend Jahre alt sein können.
(Foto 2) Sogar die schwarze Patina, welche die meisten großvolumigen Beninbronzen überzieht, liefert entscheidendes Beweismaterial für Alter und Echtheit. Bisher sind sechs typische Arten dieser Schicht mess- und zur Echtheitsbestimmung verwendbar.
Falsche, künstlich erzeugte Patinas aus Erde, Leimen, Zement etc. erzeugen ein völlig anderes Spektrum.

 

Die oben aufgeführten und nicht kopierbaren Eigenschaften der Patina erlauben somit, mit einfachen wissenschaftlichen Proben, authentische antike Bronzeobjekte von Fälschungen zu unterscheiden. Für eine erste Probe genügt es, wenige Milligramm einer vorhandenen Patina abzuschaben und diese einem wissenschaftlichen Labor zu übergeben, welches solide Kenntnisse auf diesem Gebiete erworben hat (Für die Tätigkeit des Museumlabors für Sammler, Museen u.s.w. siehe www.africanartauthenticity.com). Eine Spezialität des Mailänder Labors sind große Ife und  Beninbronzen.


 

Optische Beurteilung der Patina
 

 

Außenseite

 
Foto 1 – Ife Maske

Die mikroskopische Vergrößerung zeigt Korrosionerscheinungen, die vereinbar mit einem Alter von über 500 Jahren sind.
Schutzschicht entfernt.

foto 1

   

Foto 2 – Ife Kopf

Die mikroskopische Vergrößerung zeigt Korrosionerscheinungen, die vereinbar mit einem Alter von über 200 Jahren sind.

 

Die Objekte 1 und 2 sind Eigentum der Sammlung G. Matthaes (Museum)

foto 2

   

Foto 3 – Teil einer Benin-Platte
 

Die Korrosion ist vereinbar mit einem Alter von
über 100 Jahren.

 

foto 3

   

 

Foto 4 –
Kopie eines Benin Kopfes,
etwa 50 Jahre.

Foto 5 -
Vergrößerung
der bearbeiteten und nicht korrodierten Außenseite

Foto 6 -
Vergrößerung der nicht korrodierten Innenseite

 

Eine Ermittlung des Alters durch den Vergleich der Tiefe der Korrosion ist nicht für alle Kulturen geeignet. Er ist nicht anwendbar, wenn die Bronzen im Erdboden vergraben waren und mit Mineralien verschiedenster Art Kontakt hatten.
Die Ife-Benin Bronzen alterten alle im gleichen Klima und in der gleichen Luft. Bei Vergrabungen in der Erde war diese Erde biologischen Ursprunges.

 

Wie erwähnt, produziert jeder Oxydierungsprozess auf antiken Bronzen zuerst das ziegelrote Kupferoxyd, das unter jeder Art einer ausgeprägten Patina vorhanden und erkennbar sein muss.
Die echte Korrosionspatina kann kein einheitliches und einfarbiges Erscheinungsbild liefern. Eine homogene und einfarbige, meist braune oder grüne Patina von meist dünner Stärke, die Außen- und Innenseite des Objektes überdeckt, kann nur künstlich entstanden sein. Fälscher gießen oft eine farbige Flüssigkeit über das gesamte Objekt und, z. B. bei Köpfen, auch in das Innere. Nach dem Auftrocknen werden die Spuren des Eingießens sichtbar.
 



 
Wissenschaftliche Datierungsmethoden
 

Für das Material „Bronze“ existiert keine physikalische Messmethode. Die Elemente, aus welchen sich Bronze zusammensetzt, haben das Alter der Erde. Das Blei, welches zumindest in Spuren in der Bronze vorkommen kann, besitzt radioaktive Isotopen. Die äußerst lange Zerfallszeit dieser Isotope ergibt jedoch  keine messbaren Resultate.
Messbar oder auslegbar dagegen sind eventuelle Materialien, welche auf der Oberfläche oder im Inneren des Bronzeobjektes haften. Dazu gehört keramisches Material, das den Gusskern von Gegenständen, die im „Cire-Perdue-Verfahren“ hergestellt wurden, bildet. Die Messmethode für Gusskerne könnte bei ausgegrabenen Bronzen das Thermolumineszenz-Verfahren sein. Die Bronzeschicht absorbiert jedoch die irdische Ausstrahlung, welche somit den Gusskern nicht erreicht.
 

 

Stilistische Merkmale
 

Jede Kultur und jede Stilrichtung schreibt einem Kunstobjekt präzise und unverkennbare Formen, Proportionen und andere Charakteristiken vor, so dass eine Kenntnis des Stiles eine erste Einschätzung des ungefähren Herstellungsdatums ermöglicht.
Da aber jeder Stil in allen seinen Äußerungen von geschickten Künstlern nachgemacht werden kann, so muss eine Beurteilung, die sich auf den Stil stützt, von anderen Aussagen bekräftigt werden. Weit über die Hälfte der unzähligen Kopien von Bronzefiguren, die Sammlungen und Privathäuser füllen, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20.  Jahrhunderts. Die kleinen, massiven Figuren werden heute für Touristen serienmäßig produziert.

 

Handarbeit

Wichtig und bezeichnend für das Alter ist auch die Unterscheidung zwischen Handarbeit und der Serienfertigung. Der afrikanische Bronzegießer hatte Zeit für die liebevolle Ausführung von Einzelheiten. Dieses gilt besonders für den Gesichtsausdruck und für dekorative Ornamente.

 

IFE und BENIN Bronzen
 

Besonders wertvoll und geschätzt sind die großvolumigen Bronzeköpfe und Tafeln. Der Ife-Stil wird um 1500 vom Benin-Stil abgelöst. Es wird angenommen, dass als authentisch betrachtbare  Objekte bis zur Eroberung des Königreiches durch die Briten (1898) produziert wurden. Der kunsthistorische Wert ist selbstverständlich höher für ein Objekt des 15. und 17. Jahrhunderts als eines vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Mailänder Laboratorium betrachtet Köpfen und Tafeln, die nach dem Ende des 19. Jahrhunderts produziert wurden als Kopien und Objekte, die falsche Alterserscheinungen aufweisen, als Fälschungen.
In fast allen echten Bronzetafeln der Benin befinden sich große Zonen, wo das Material fehlt. Diese Defekte sind nicht durch Korrosion entstanden, sondern durch den mangelnden Zufluss der Legierung während des Gusses.Nicht authentische und oft monumentale Beninbronzen, die einen Gusskern aufweisen, sollten nicht einfach als „Fälschung“ beurteilt werden. Sie haben ihren Wert und Preis. Viele von ihnen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von geschickten Handwerkern und mit guter Technik als Einzelstücke produziert.

 

Alle abgebildeten Objekte in dieser Webseite
sind das Eigentum der Sammlung G. Matthaes, Museo d’Arte e Scienza.
(Ausnahme Seite 2)

 

 

Teil II – Afrikanische Kunstobjekte aus Stein
 

Steine entstanden vor langer Zeit während des Abkühlens der Oberfläche unserer Erde und durch Ablagerungen der Flüsse und Meere. Ihr Alter ist somit geologisch. Der Versuch einer Altersbestimmung eines antiken Objektes durch Messung des Steinalters wird deshalb sinnlos.

Die Beurteilungen stilistischer Merkmale sind zur Einordnung eines authentischen Objektes in bekannte Stil Perioden und zur Einschätzung seines künstlerischen Wertes notwendig. Unsere Kenntnisse sind bis heute jedoch für afrikanische Kunst ungenügend. Stilistische Merkmale dienen auch zur Fälschungserkennung, wenn diese nicht einem vorgegebenen oder wissenschaftlich bestimmten Alter entsprechen.
 

Es wurden Figuren gefunden, die über 500,
aber auch über 1000 Jahre alt sein können


Da das Innere von Steinobjekten weder von klimatischen noch anderen Einflüssen aller Art verändert werden kann, so muss sich die Echtheitsbeurteilung allein auf Modifikationen der Steinoberfläche im Laufe der Zeit beschränken.

Vergrößerung 10x

Vergrößerung 30x

 

Steine, die in heißen, trockenen Gegenden altern, verlieren ihren Gehalt an gebundenem Wasser und zerbröckeln.

 

Die Patina von antiken Steinobjekten
 

Alterserscheinungen der Oberfläche durch Witterungseinflüsse oder durch eine spezifische Benutzung und Abnutzung hängen von den Eigenschaften der Steinart ab. Sie erzeugen aber Merkmale, die mit dem Auge, einem Mikroskop oder einer chemisch- physikalischen Messung in den meisten Fällen klare und beweiskräftige Aussagen ermöglichen, um authentische alte Objekte von neuen Objekten und Fälschungen zu unterscheiden.

Gesteine aus Kalk oder Sand bilden einen idealen Sitz für Flechten oder Reste von Wurzeln aller Art. Diese können verkohlen oder versteinern, bleiben jedoch unter dem Vergrößerungsglas stets als solche erkennbar.

Wurzelreste unter dem Arm der abgebildeten Figur

Versteinerte Flechten auf der abgebildeten Figur
(Vergrößerung 30x)

Die oben illustrierten Merkmale werden oft so kopiert, dass sie das Auge täuschen können. Die optische Vergrößerung entlarvt die Fälschung und bietet ein sicheres Zeichen für die Echtheit.

 

Seifenstein
 
 

Steine dieser Art sind kristallin, kalkartig und werden mehr als alle anderen von Umwelteinflüssen und Gebrauch korrodiert. Bei Objekten, welche Kalk enthalten, entwickelt sich eine ganz besondere Patina an den Stellen, wo diese mit der Hand berührt werden.
 

 Die Fette und Säuren der Hand dringen in die Gesteinsporen ein und verursachen eine Art von Verseifung. Diese Verseifung gibt derartigen Steinen eine halbdurchsichtige weiche und warme Tönung, die sich von der matten, opaken Oberfläche der nicht von Hand berührten Zonen oder Bruchstellen stark unterscheidet. Unter der Lupe wird eine Oberfläche sichtbar, die zwar kristallinischer Art, aber trotzdem scheinend glatt ist: die Folge einer intensiven Berührung mit den Händen, die die Kristalle umorientiert und alle in eine Richtung setzt, so dass ein sehr schöner Spiegeleffekt entsteht.

  

Steinfiguren, die die Felder schützten
 

Die bekanntesten afrikanischen Steinfiguren kommen aus den Gebieten der Kissi, Mende und Sherbro. Es sind kleine hockende Figuren, von denen angenommen wird, dass sie sehr alt sind. Sie tragen oft den Namen “Pompta” und “Nomoli”  und wurden meistens in der Erde landwirtschaftlich genutzter Zonen gefunden. Viele tragen noch die Spuren von Erde und Wurzeln, andere werden auf den Altären der Familien aufbewahrt und geben wenige Anhaltspunkte für die Echtheit bis auf die Patina, die durch die Pflege ihrer Besitzer entstand. Der lokalen Tradition zufolge war das Hüten und Beschützen der Felder ihre Aufgabe. Bei einer schlechten Ernte kam es vor, dass die Kultfigur zur “Strafe” beschädigt wurde. Wie bei vielen anderen Glaubensarten, wendet sich der Besitzer nicht direkt an die Hauptfigur. Beschädigung erlitten die Nasen und Augen der Nebenfiguren.
 

Alle Steinfiguren Afrikas standen im Regen. Das Abwaschen eines Teiles der Oberfläche kann also diesen Kunstwerken keinen Schaden zufügen. Zur Fälschungserkennung ist ein nasser Lappen dagegen sehr auskunftsreich.


Für andere Steinfiguren Afrikas liegen nur wenige Studien vor. Ab und zu werden interessante Objekte gefunden. Nur selten ist es möglich zu erahnen, was diese darstellen.

 

Teil III – Afrikanische Keramikobjekte
 

Jede Kollektion, die die künstlerische Entwicklung eines Volkes im Laufe seiner Geschichte zum Gegenstand hat, wird nicht auf Skulpturen aus Terrakotta verzichten können. Unsere Kenntnisse der afrikanischen Keramik gehen auf eine Jahrtausende zurückliegende Zeit zurück. Zur Zeit der Römer (1.-5. n.C. Jahrhundert) war Nordafrika der größte Keramiklieferant des Mittelmeerbeckens. Die territoriale Ausdehnung des afrikanischen Kontinents ist riesig, und erst in jüngster Zeit wurde mit Ausgrabungsarbeiten begonnen. Unsere Kenntnisse der afrikanischen Keramik sind folglich nur lückenhaft, und auch heute noch verbirgt der Boden Afrikas große Kunstschätze. Einige Kulturen und Stile konnten bereits identifiziert werden, wie beispielsweise die NOK-Keramiken oder die Figuren des inneren Niger-Deltas.

Für alle ausgegrabene Keramik aller Kontinente gelten allgemeine Regeln zur Echtheitserkennung, die in der Webseite www.excavatedartauthenticity.com erläutert werden. Von der NOK-Kultur abgesehen, ist der Großteil der heute ausgegrabenen Keramik jünger als tausend Jahre. Die Wurzeln der in der Erde befindlichen Pflanzen haben nur in seltenen Fällen die Zeit gehabt, um ihre zu Stein gewordenen Reste auf der Keramik zu hinterlassen. Ausgetrocknete Wurzeln, die sich an die Keramikoberfläche klammern, sind dagegen sehr häufig und liefern den sichersten Beweis für Echtheit.

 
Die Nok Keramik (etwa 500 v. Ch. bis 200 n. Ch.)
 

Die Nok Keramik ist einer der ältesten, der am meisten gesuchten, teuersten und, deshalb, auch am meisten gefälschten Stiltyp von Schwarzafrika. Die ersten Nok Köpfe wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts in Nord Nigeria entdeckt. Sie wurden in trockenen Schächten von Minen gefunden und zeigen deshalb meistens nur geringe Spuren auf, die durch den Kontakt mit der Erde entstanden. Die Echtheitserkennung beruht nicht so sehr auf wissenschaftlichen Analysen, sondern auf einer langen und intensiven Erfahrung in der Echtheitsbeurteilung dieser Kunstart.
 

 

Als Beispiel sei hier nur eine Oberfläche des Kopfes illustriert. Den gedämpften Farben und abgerundeten Konturen eines echten Kopfes stehen die krassen Farben und scharfen Kanten einer Fälschung gegenüber. Verkrustungen sind nur mit dem Mikroskop zu erkennen.

 

Authentisch

     
 

 

 

 

 

Nicht authentisch

 

Die Keramik des inneren Deltas des Nigerflusses

Die Djénné Objekte wurden mit einer Schicht aus roter Keramik abgedeckt, wie sie die als “terra sigillata” bezeichnete Keramik der römischen Epoche aufzeigt. Spuren dieser roten Schicht sind ein gutes Zeichen für die Echtheit der Stücke.

 

1- 1a-

3-

                  2-                                    2a-

Am gleichen Fluss werden zahlreiche zylindrische Figuren gefunden, deren verschiedenartige Stile vorläufig nach den jeweiligen Fundorten wie Bambara, Bamako oder Bakoni  benannt wurden. Man nimmt an, dass diese Figuren zwischen dem 8. und dem 16. Jahrhundert entstanden sind.(3a und 3b)

3a-                                                      3b-
 

 

4-


Sie wurden oft an Flussufern, also im feuchten Klima und versteckt in großen Tonbehältern aufgefunden. Sie weisen wenig Verkrustung auf. Dagegen gibt es wenige Figuren, auf deren grobkörniger Oberfläche sich nicht viele kleine Reste von Wurzeln erkennen lassen. Ein ausreichend sicherer Beweis für Echtheit. Einige von ihnen zeigen die Reste einer gebleichten Engobe. (foto 4)

 

Die Terrakotta-Köpfe der Volksstämme Ghanas
 

Der meistens freundliche Gesichtsausdruck macht diese Köpfe bei Sammlern besonders beliebt. Man nimmt an, dass diese Köpfe aus Keramik zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert angefertigt wurden. Die Vielfalt der Gesichtsform und deren Ausdruck ist groß.
 


Sehr unterschiedlich ist auch die Keramikmasse, die sehr feinkörnig, aber auch sehr grob sein kann. Die relativ tiefe Einbrenntemperatur erzeugte jedoch eine relativ weiche und gegen mechanische Schäden wenig widerstandsfähige Masse, so dass mit einer guten Erfahrung und, möglicherweise, mit einem Mikroskop, neue Stücke von antiken gut unterscheidbar sind.

 


 

Nur wenige wissen es!

Im Teil des Museums welcher Leonardo gewidmet ist, befindet sich noch heute der geheime Gang des 15. Jahrhunderts, der zum Schloss (Castello Sforzesco) führt.

 

Weitere Webseiten des "Museo d'Arte e Scienza":
 

www.MuseoArteScienza.com  -  Abteilungen: 6 Säle zur Echtheitserkennung von Kunst und Antiquitäten; 5 Säle über Leonardo da Vinci in Mailand und Leonardos Traktat von der Malerei; 5 Säle für Afrikanische - und Buddhistische Kunst; 2 Wissenschaftliche Laboratorien.

www.DaVinci-Leonardo.de - "Leonardo - Bürger von Mailand" - "Der Traktat von der Malerei" (illustriert).

www.ArtAndScienceHandbook.com - Das inhaltsreichste und wissenschaftlich fundierteste Nachschlagewerk zur Echtheitserkennung auf objektiver Basis bei europäischen und ausser-europäischen Antiquitäten. (540 Seiten und über 2000 Farbfotos in 3 Bänden)

www.Echtheit-von-Gemaelden.de - Informationen über die Authentizität von Modernen und Antiken Gemälden.

www.AntiqueFurnitureAuthenticity.com  - Eine Darstellung der Möglichkeiten zur Echtheitserkennung von Möbeln auf objektiver Basis.

www.Excavatedartauthenticity.com - Eine Aufstellung aller Möglichkeiten zur Echtheitserkennung ausgegrabener Objekte aus Terrakotta, Glas und Bronze des Mittelmeergebietes, Chinas und Südamerikas auf objektiver Basis.

www.Echtheit-afrikanischer-Kunst.de  - Die didaktische Abteilung des Museums "Kunst und Leben in Schwarzafrika" (5 Säle mit 360 Objekten).

www.Matthaes.org - Die Entwicklung der Stiftung Matthaes von der Eröffnung der Malschule in Dresden (1906) bis zum heutigen Museo d'Arte e Scienza.

www.KopienUndFaelschungenInDerKunst.de - Wertvolle Hinweise über die Echtheit von Antiquitäten.

www.ivoryauthenticityandage.com- Elfenbein, Knochen und Horn können nunmehr spektroskopisch präzise erkannt und datiert werden.

www.SpectroscopyforArt.com
- Wissenschaftliche Methode zur Bestimmung des Alters und der Holzart von Kunstobjekten. Echtheitserkennung anhand von Analysen der Farben, Leime, Pigmente und anderer organischer Stoffe.

www.arteautentica.it - Das wissenschaftliche Labor des Museums beschäftigt sich mit der Echtheitserkennung von Kunst-und Antiquität enobjekten. Es steht an Privaten, Sammlern, Kunstexperten, Restauratoren und Museen zur Verfügung.

 

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